Der Tango erinnert mit seinem Grundschritt sehr an den Fox, zieht jedoch technisch und charakterlich keine Parallelen. Die sogenannte Tango-Atmosphäre, die neben der Musik durch den extravaganten Tanzstil hervorgerufen wird, ist nicht leicht verdaulich und somit nur einem kleinen Kreis von Tänzern wirklich zugänglich. Manchmal dauert es Jahre bis man versteht, was Tango bedeutet: ein Wechselbad der Gefühle nämlich – ein ständiges Geben und Nehmen – was z. B. die harten und weichen Bewegungen ausdrücken sollen; der Kampf der Geschlechter schlechthin. Ein Tanz der hocherotisch und eiskalt sein kann.
Für seine perfekte Interpretation ist neben technischem Können auch sehr viel Einfühlungsvermögen nötig. Er ist der ausdrucksstärkste Standard-Tanz.
Wiener Walzer
Von allen heute gepflegten Gesellschaftstänzen ist der Wiener Walzer nachweisbar der Älteste. Sein Ursprung liegt im Paartanz des 12. Jahrhunderts, woraus sich im 16. Jahrhundert der „Ländler“ entwickelte – noch heute ein beliebter bayerischer Volkstanz. Ende des 18. Jahrhunderts entstand der bis heute kaum veränderte Walzer, der mit großer Begeisterung von den Wienern aufgenommen wurde. Deshalb auch Wiener Walzer. Da er nur ein kleines Repertoire an Figuren besitzt, ist die großzügige, schwungvolle und ausgelassene Interpretation fast das Wichtigste.